Herzlich Willkommen!

Ich freue mich über Ihr Interesse am Erhalt und der Pflege von Möbeln und Holzobjekten und danke Ihnen für Ihren Besuch.

Seit Januar 2009 restauriere ich als selbstständiger Restaurator Möbel und Holzobjekte in Kooperation mit Kollegen  in Baden-Baden. Dank einer vielseitigen handwerklichen Ausbildung und einem an der Praxis orientierten wissenschaftlichen Studium ist es mir möglich, den Erhalt aller hölzernen Objekte fachgerecht zu sichern. Holzsichtige Möbel des 18. und 19. Jahrhundert und ihre Oberflächen bilden dabei den Schwerpunkt meiner Tätigkeit.

Seit April 2010 bin ich  in Konstanz am Bodensee tätig, wo ich Sie gerne in meiner Werkstätte begrüße.

 

Ihr Thomas S. Benischek

Philosophie

Mobiliar und seine Aufgaben können aus mannigfaltigen Richtungen betrachtet werden. Ein Möbel entspringt dem Kunsthandwerk, da schlicht einem Objekt mit praktischem Nutzen ein „schönes“ Aussehen gegeben wurde. Ein Möbel kann aber auch nur Kunst sein, da oftmals seine Schönheit den praktischen Nutzen überwiegt und das Möbel selbst einen Raum zieren, die Atmosphäre angenehm gestalten und den Besitzer repräsentieren soll. Kunstobjekte vergangener Epochen haben zudem die Eigenschaft, den Zeitgeist und den Sinn für Ästhetik älterer Generationen widerzuspiegeln.

Wie also sollen wir dieses Erbe, das praktischer Nutzen, ästhetischer Anspruch und Zeitzeugnis zugleich ist, erhalten?

Jede Untätigkeit wird zum Verfall und jede Tätigkeit wird zur Veränderung und damit zum Wertverlust führen. Darüber hinaus ist ein Kulturgut am besten geschützt, wenn es genutzt und somit nicht vergessen wird. Eine einfache und allgemeingültige Antwort auf die Frage der Erhaltung ist also ebenso unmöglich wie ein Möbel einfach wieder schön zu machen.

Jedes Objekt muss für sich betrachtet werden. Jede Maßnahme darf nicht besser und nicht schlechter als vom Meister selbst sein, muss rückgängig zu machen sein und sollte zumindest vom Fachkundigen als Zutat erkennbar sein. Wo man beginnt und endet, hängt vom Objekt selbst, seiner Geschichte und seiner späteren Nutzung ab. Eigene ästhetische Ansprüche sind unseren heutigen Künstlern und Kunsthandwerkern vorbehalten. Die fachgerechte Restaurierung eines Objekts besteht immer aus Kompromissen.

Zu guter Letzt sehe ich es als meine Aufgabe, den mir anvertrauten Objekten nicht nur ein gutes Aussehen und damit repräsentativen Charakter zu geben, sondern auch den in ihnen enthaltenen Zeitgeist und die Geschichten, die sie enthalten, zu bewahren, um nicht nur ihren historischen, sondern auch ihren materiellen Wert zu erhalten.

Konservierung

Der Wert eines Kunst- und Kulturgutes ist nicht zuletzt eine Frage seines Alters und seines Zustands, und kein noch so gutes Material überdauert die Zeit ohne Spuren. Unsere erste Aufgabe wird also immer sein, die auf uns gekommenen Objekte von schadhaften Substanzen zu befreien, geschädigte Bereiche zu stabilisieren und das Original vor weiteren Schäden zu schützen.

Antiquitäten sind also kein Rohmaterial, das wir nach unserem Gefallen zu etwas Wertvollem formen können. Sie behalten ihren Wert nur, wenn die empfindliche Vorlage, die sie für uns sind, bei allen Arbeiten geschützt ist.

Biedermeierschrank mit nachträglicher Übermalung
Biedermeierschrank nach abnahme der nachträglichen Übermalung

Restaurierung

Die Restaurierung selbst hat für den Erhalt von Objekten nur sekundäre Bedeutung, da sie zumeist eine Veränderung des Kunst- und Kulturguts bedeutet. Bevor solche Maßnahmen ergriffen werden, muss die vorhandene Originalsubstanz konserviert sein. Erst dann werden unpassende und oftmals schädigende Zutaten entfernt und entstandene Fehlstellen geschlossen.

Die Restaurierung selbst beschäftigt sich also mit der Wiederherstellung von Funktion und Aussehen eines Objekts und bringt so eine Veränderung des Originals mit sich. Daher wird bei musealen Objekten oft auf eine Restaurierung verzichtet, um den Betrachter nicht mit einer Mischung aus Alt und Neu zu täuschen. Eine Restaurierung wird also erst notwendig, wenn sich das Objekt in eine Gesamtkomposition wie z.B. eine Raumausstattung einfügen soll, oder wenn das Objekt seiner Bestimmung gemäß genutzt werden soll. Solche Restaurierungsarbeiten stellen aber immer auch eine Gratwanderung dar, da mit jeder Maßnahme das Original ein Stück weit verändert wird und nur fachgerecht ausgeführte Arbeiten den Wert eines Objekts erhalten bzw. steigern.

Rekonstruktion

Rekonstruktionen gibt es in unterschiedlichsten Gestalten, sie sind aber immer etwas Neues, das nach unseren Vorstellungen von alten Techniken und vergangenen Schönheitsidealen geschaffen wird. Eine Rekonstruktion ist also immer nur Spekulation und wird niemals “richtig” sein. Wird sie zudem so gestaltet, dass sie auch Alterungsspuren enthält und nicht mehr von einem Original zu unterscheiden ist, wird sie zur Fälschung. Bereits gealterte Rekonstruktionen bringen ähnliche Probleme mit sich, wodurch sich bei vielen Objekten die Frage stellt, ob sie wirklich ihrer Epoche entspringen oder ob sie ein Produkt des Historismus des 19. Jahunderts sind.

Rekonstruktionen zu erkennen gehört also ebenso zu meinen Aufgaben wie sie dort herzustellen, wo sie sinnvoll sind.

Klassizistischer Auszugstisch mit rekonstruierten Einlegeplatten

Dokumentation

Die größten Probleme beim Erhalt von Kunst- und Kulturgut bereiten häufig frühere Maßnahmen, die entweder nicht fachgerecht durchgeführt wurden oder mit Materialien, deren Wirkung man nicht kannte. So haben wir es häufig mit Materialien zu tun, die schon nach kurzer Zeit krepiert waren, sich aber nicht ohne Schaden anzurichten lösen lassen, oder mit einstigen “Wundermitteln” gegen Schädlinge, die eine massive Bedrohung für die Gesundheit darstellen.

Hätten wir Aufzeichnungen darüber, was wann wo und mit welchen Mitteln getan wurde, so könnten wir unsere Arbeiten schneller, einfacher und sicherer gestalten und müssten nicht hohen technischen Aufwand betreiben um Lösungen zu finden. Um solchen Problemen vorzubeugen, achten wir heute auf Maßnahmen, die rückführbar sind und deren Alterungsverhalten wir kennen. Die Dokumentation dient also der Forschung, um unsere Möglichkeiten zu erweitern und den Wert eines Objekts zu erhöhen, indem sie weitere erhaltende Maßnahmen einfacher gestaltet.

Holz im Querschnitt unter dem Mikroskop (Sipo Mahagoni)
Farbschichtenaufbau im Querschliff unter dem Mikroskop, UV-Licht

Beratung

Gerne berate ich sie zu allen Themen rund um hölzernes Kulturgut.

Es gibt beispielsweise häufig Schäden, deren Ursprung falscher Umgang und falsche Lagerung bzw. Aufstellung ist. Nur ein bewusster Umgang mit Antiquitäten schützt sie vor Schäden und lässt sie ihren Wert behalten.

Jedes Objekt hat dabei seine eigenen Ansprüche, sodass sich nur schwer allgemeingültige Richtlinien aufstellen lassen. Bei Holzobjekten kommt es meist auf die relative Luftfeuchtigkeit an. Bei zu trockener Luft bilden sich Risse, und zu feuchte Luft fördert das Wachstum von Schimmel und anderen Pilzen. Andere Materialien haben wiederum andere Ansprüche, es muss also von Fall zu Fall entschieden werden.

Mehr hierzu gerne im persönlichen Gespräch.

Schwundrisse in einer Platte
gereinigte Platte mit geschlossenen Schwundrissen

Betreuung

Je nach Art und Nutzung eines Objekts wird es immer Belastungen ausgesetzt sein, die wir nicht aufhalten können. Einige Objekte bedürfen einer besonderen Art der Reinigung, andere ein gelegentliches Erneuern von Schutzschichten. Zudem können entstehende Schäden vom Fachmann früher erkannt werden. Ganz ähnlich wie ein Auto regelmäßig auf seine Verkehrstauglichkeit überprüft wird, ist es sinnvoll auch Antiquitäten regelmäßig auf ihren Zustand zu überprüfen.

Gerade bei großen Objekten wie Schlösser und Kirchen oder deren Teilbereiche werden mehr und mehr Wartungsverträge angestrebt. Aber auch bei kleineren Objekten und Sammlungen kann ein regelmäßiges “Nach-dem-Rechten-Sehen” einer Katastrophe vorbeugen.

Vermittlung

Historische Holzobjekte sind nur selten das Produkt eines einzelnen Kunsthandwerks und viele der ursprünglichen Berufe sind heute ausgestorben oder in andere Künste integriert. Leider entspricht auch ein Restaurator nicht dem Renaissance-Ideal des “Uomo Universale”, sodass man häufig spezielle Anforderungen an andere Handwerke stellen muss.

Für diese oftmals materialfremden Aufgaben wie Schlösser, Beschläge oder Polsterungen arbeite ich mit Fachleuten zusammen, deren Arbeit dem jeweiligen Objekt gerecht wird.

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© Thomas Benischek